FDP Bezirksverband Ruhr

15.04.2011

Marco Buschmann im Einsatz für das Ruhrgebiet

Marco Buschmann im Einsatz für das Ruhrgebiet

Marco Buschmann MdB Das Zusammenleben mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen prägt seit langer Zeit das Leben im Ruhrgebiet. Bergbau und Stahlindustrie lockten seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Zuwanderer ins Ruhrgebiet. Die letzte große Einwanderungswelle startete mit den Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und der Türkei. Vor allem die Arbeiter aus der Türkei prägten nicht nur viele Produktionsstätten, sondern mit ihren Familien das Leben im Revier. Etwa die Hälfte der zwischen 1961 und 1973 angeworbenen Arbeitskräfte kehrte nicht in die Türkei zurück, sondern fand im Ruhrgebiet ihre neue Heimat.

Der Großteil dieser Menschen und ihre Nachkommen sind gut im Ruhrgebiet integriert. Sie zahlen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und tragen zum Erfolg unseres Landes bei. Nicht nur die hohe Selbstständigenquote bei den Migranten ist ein Beweis für ihre Leistungsbereitschaft und den Aufstiegswillen. Nach Aussagen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) stammt jeder fünfte potenzielle Existenzgründer in Deutschland aus einer Zuwandererfamilie. Zwar kann niemand die Augen davor verschließen, dass es auch Probleme gibt. Doch das ist die Ausnahme von der Regel. Dies geht leider viel zu häufig in der öffentlichen Debatte verloren.

Im Herbst 2011 jährt sich nun der 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei. Das war ein guter Anlass für Marco Buschmann, um auf die erfolgreiche Integration vieler Türkinnen und Türken hinzuweisen. Gemeinsam mit seinem Bundestagskollegen Tören bat der Ruhrgebietsabgeordnete Bundestagspräsidenten Lammert um einen Vorschlag, wie der Deutsche Bundestag den 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens würdevoll begehen könne. Denn ohne die zusätzlichen Arbeitskräfte, so Buschmann in seinem Schreiben, wäre ein nicht unbedeutender Teil des Wirtschaftswachstums in Deutschland gar nicht erst möglich gewesen. Über die Aktivitäten der beiden Abgeordneten berichteten die „Deutsch-Türkischen Nachrichten“ und der „Zaman“.

Nicht nur vor dem Hintergrund des Jahrestages des Anwerbeabkommens gestaltet Marco Buschmann aktiv die laufende Integrationsdebatte. Auch die Diskussion über ein integrationspolitisches Leitbild liegt ihm sehr am Herzen. Die liberalen Prinzipien Weltoffenheit, Toleranz und Leistung sind dabei für Buschmann eine wichtige Grundlage. Denn insbesondere das Leistungsprinzip ist blind für Vorbehalte gegenüber Ethnien oder Religionen. Es schaut auf das, was einer kann, und nicht auf das, wo einer herkommt oder woran er glaubt.

 

Neben der klaren Zielvorstellung für Migranten gilt eine gute Schulbildung als Schlüssel erfolgreicher Integration. Hier haben junge Migranten in den Städten des Ruhrgebiets jedoch Nachholbedarf. Denn nach einer Studie des Statistischen Landesamtes „Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ schaffen im Vergleich zu anderen Städten viel weniger Migranten das Abitur. Erreichen in Düsseldorf, Köln, Bonn und Leverkusen 34,4 Prozent das Abitur, so sind es in den kreisfreien Städten des Ruhrgebiets nur 19,8 Prozent. Auch bei den Hochschulabschlüssen liegt das Ruhrgebiet hinter anderen Regionen.


Mit dem Bundesprogramm „Offensive Frühe Chancen“ für frühkindliche Sprachförderung setzt die Bundesregierung aus Union und FDP frühzeitig an, um Migranten Chancengleichheit zu gewähren. Denn das Beherrschen der deutschen Sprache steht am Beginn einer gelungenen Schul- und Berufslaufbahn. Daher müssen Kinder mit Sprachproblemen frühzeitig unterstützt werden. Marco Buschmann freut sich, dass 137 Kindertagesstätten in den Gemeinden des Ruhrgebietes Gelder aus dem Bundesprogramm „Offensive Frühe Chancen“ erhalten. In den nächsten vier Jahren fließen damit 13,7 Millionen Euro zusätzlich in die Förderung der Kinder im Ruhrpott. Gerade die Bildungschancen der Kinder, die bisher in der Schule mangels Sprachkenntnissen nicht mitkommen, können mit dem Programm „Offensive Frühe Chancen“ verbessert werden.


Damit mehr Migranten im Ruhrgebiet einen Hochschulabschluss erwerben und die Potenziale vieler junger Menschen aus bildungsfernen Familien nicht verloren gehen, hat die Fachhochschule Gelsenkirchen das Programm „FH integrativ“ aufgelegt. Beim Besuch Buschmanns an der Fachhochschule erläuterte Präsident Prof. Kriegesmann die Ziele des Programms. Es soll dazu beitragen, junge Talente aus hochschulfernen Schichten ohne akademisch geprägte Vorbilder besser als bisher für ein Studium zu erschließen und zu fördern. Für Buschmann liegen die zusätzlichen Vorteile für das Ruhrgebiet klar auf der Hand: Denn auf diese Weise können die sonst brach liegenden Talente aus der Region für das Ruhrgebiet mobilisiert werden.



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